Tausendkorn · Team Goldpfanne

Tausendkorn-Hackathon 2026 · Smart Farming Lab Leipzig

Tausend Körner zählen.
Mit einem Foto.

Vor der Aussaat braucht jeder Betrieb das Tausendkorngewicht seiner Partie. Heute heißt das: Körner von Hand abzählen. Wir machen daraus ein Handyfoto – jedes Korn bekommt einen Punkt, unsichere Stellen werden gezeigt statt versteckt.

Roggenkörner auf weißem Papier, auf jedem Korn ein blauer Punkt
997 Marken · Roggen, Testfoto (26.10.) · Soll 1000

So funktioniert es

Vom Sack bis zur Drillmaschine in vier Schritten

  1. 1

    Probe streuen

    Eine Handvoll aus mehreren Stellen von Sack oder Hänger, locker auf ein weißes A4-Blatt. Keine Auswahl, kein Abzählen.

  2. 2

    Foto

    Mit Handy oder iPad von oben. Kein Labor, kein Zubehör.

  3. 3

    Jedes Korn markiert

    Das Bild wird in kleine Ausschnitte geteilt, dichter dort, wo die Körner eng liegen. Ein Bildmodell (Gemini 4 Argon) setzt pro Korn einen Punkt und prüft unsichere Ausschnitte ein zweites Mal. Ein zweites, selbst trainiertes Modell (YOLO11s) haben wir offline verglichen; in der App ist es noch nicht eingebaut.

  4. 4

    Prüfen oder überspringen

    Unsichere Stellen sind nummeriert. Antippen und korrigieren – oder mit Fehlerspanne weiter. Dann Gewicht und Keimfähigkeit eingeben: heraus kommen Tausendkorngewicht, Aussaatmenge in kg/ha und das Sollgewicht für die Abdrehprobe.

1 % Zählfehler = 1 % falsche Saatmenge auf dem ganzen Schlag.

Beispiel aus unserem Rechner: Mit dem Sorten-Durchschnitt (49,2 g) statt dem gemessenen TKG (46,3 g) wären es 166 statt 156 kg/ha – 10 kg/ha zu viel Saatgut.

Demo

Eine echte Zählung ansehen

Aufgezeichnet, nicht live. Diese Seite zählt nicht selbst. Sie zeigt Ergebnisse, die unsere eingefrorene Pipeline v1.0.2 bei der finalen Messung gesetzt hat (Holdout und Test, nicht nachjustiert; ein früherer Holdout-Lauf mit 11 Bildern wurde nach Fehlerkorrekturen verworfen und neu gemessen). Tippe auf ein Korn, um eine Marke zu entfernen, auf eine freie Stelle, um eine zu setzen – so wie in der App.

Vergrößern mit + oder zwei Fingern, verschieben mit einem Finger. In der App steht neben der Zahl die Fehlerspanne ±3 %.

Feld-App

So sieht die App aus

Bildschirmfotos der App für iPad und Handy im Vorführmodus mit gespeichertem Ergebnis, Gewichte sind Beispielwerte. Aufgenommen vor der Umstellung auf die gemessene Fehlerspanne ±3 %.

App: Fotoanleitung in drei Sätzen, dann Kamera oder Galerie
Foto aufnehmen
App: Kornzahl mit allen Marken und unsicheren Stellen
Gezählt
App: Prüfkarte mit vergrößertem Ausschnitt und Kommentar
Stelle prüfen
App: Ergebnis mit TKG und Aussaatmenge
TKG und kg/ha

Saatgutrechner

Von der Kornzahl zur Drillmaschine

Wiegen Sie die ganze Probe, wie sie ist – mit Bruch und Spreu. Gezählt werden nur ganze Körner. So ergibt sich das Gewicht der Partie pro 1000 Körner – genau das, was die Drillmaschine ausbringt, denn der Besatz ist in Probe und Partie gleich verteilt. (Ein Labor-TKG ohne Besatz liegt etwas niedriger.)

Mehr: Pflanzen-Modus

Empfehlungen in keimfähigen Körnern/m² enthalten die üblichen Auflaufverluste schon. Feldaufgang nur hier abziehen, sonst wird zu dick gesät.

TKG

– g

Abzulegen

– Körner/m²

Aussaatmenge

– kg/ha

Abdrehprobe an der Drillmaschine

– kg Sollgewicht

Die Fläche nennt der Hersteller der Drillmaschine. Die Handvoll auf dem Blatt ist keine Abdrehprobe – abgedreht wird an der Maschine.

Vorgaben je Kultur sind Vorschläge zum Ändern (Quellen: LG Getreidefibel, KWS, Saaten-Union, AELF); die Sortenempfehlung des Züchters geht vor. Formeln: TKG = m / n × 1000, kg/ha = S × TKG / KF.

Ehrliche Ergebnisse

Wie genau ist das?

Gemessen nach festem Protokoll: Entscheidungen nur auf Entwicklungsbildern, dann die Pipeline eingefroren (v1.0.2) und in dieser Fassung einmal auf zurückgehaltenen Bildern gemessen, ohne Nachjustieren. Ein früherer Holdout-Lauf (v1.0, 11 Bilder) wurde nach Fehlerkorrekturen verworfen und neu gemessen.

Holdout · gleiche Aufnahmetage wie Training

1,85 % Fehler

30 von 40 Fotos mit 170–482 Körnern (Hafer, Gerste, Weizen). Im Mittel 5,9 Körner daneben, höchstens 14. Hartweizen fehlt (Budget-Stopp). Die Fotos stammen von denselben Aufnahmetagen wie die Trainingsbilder – eine Abweichung vom eigenen Protokoll.

Test count_1000 · anderer Aufnahmetag (26.10.), Roggen neu

15,8 Körner MAE

Testfotos von einem anderen Aufnahmetag (26.10.; Trainingsfotos 16.9.–15.10.). Nur 6 von 85 Fotos, alle fünf Arten, je 1000 Körner. Roggen war nie im Training: −3. Hartweizen: Label 1000, beide Zähler finden rund 945 Körner. Ursache offen; wir werten gegen das offizielle Label und fragen bei den Veranstaltern nach.

Was wir daraus lesen: Innerhalb bekannter Aufnahmebedingungen ist die Zählung auf etwa 2 % genau. Fehler sind je Art gerichtet (Gerste eher zu hoch, Weizen eher zu niedrig). Bei 6 Testbildern ist das noch keine belastbare Aussage über neue Bedingungen. Ein zweites, selbst trainiertes Modell (YOLO11s) haben wir offline verglichen: auf denselben 30 Holdout-Bildern MAE 3,2, auf denselben 6 Testbildern MAE 12,5. Beide können dieselben, etwa verdeckten Körner übersehen. Kombiniert eingesetzt ist es noch nicht.

Fehlerspanne in der App: ±3 %. Beobachtet, keine Garantie: Bei 26 von 30 Holdout-Fotos und 5 von 6 Testfotos lag die Zählung innerhalb dieser Spanne; an anderen Tagen kann der Fehler größer sein.

Alle 36 gemessenen Fotos

Antippen öffnet das Foto oben in der Demo.

Team Goldpfanne

Leon Böhlau · Jonas Heinke

Gebaut in einem Tag beim Tausendkorn-Hackathon des Smart Farming Lab, Universität Leipzig, 27.–28.10.2026. Zählpipeline, Feld-App fürs iPad, Saatgutrechner und dieser Pitch.

Der Quellcode ist derzeit privat.